Wie funktioniert die Umkehrosmose?

  

Was ist eigentlich Umkehrosmose ???

Umkehrosmose ist ein Filtrationsverfahren, welches ermöglicht, Stoffe im Molekularbereich auszufiltern. Wie bei der normalen Filtration wird z. B. verunreinigtes Wasser gegen ein Filtermaterial gepresst. Die Verunreinigungen bleiben vor dem Filter zurück und die Wassermoleküle dringen durch.
Als Filtermedium dient eine halbdurchlässige Membrane. Halbdurchlässig oder auch semipermeabel nennt man einen Stoff, welcher nicht im eigentlichen Sinn wasserdurchlässig ist, sondern der in seiner Molekularstruktur Wasser aufnehmen kann.
Die sich dadurch ergebende Porengröße entspricht weniger als einem zehntausendstel Mikrometer.
Versucht man nun durch eine solche Membrane Wasser hindurchzudrücken,
so spielt der sich durch Osmose entwickelnde Gegendruck eine Rolle.

Was ist Osmose?

Trennt man zwei gleichartige Flüssigkeiten durch eine halbdurchlässige Membrane, so wandern nach dem Prinzip der Braunschen Molekularbewegung Flüssigkeitsmoleküle von beiden Seiten im Wechsel durch die Membrane.
In diesem Fall würde sich der Druck auf beiden Seiten in der Waage halten.
Der osmotische Druck wäre gleich null.

Trennt man nun z. B. eine einprozentige Salzlösung durch eine gleichartige Membrane von destilliertem Wasser, so findet auch hier Braunsche Molekularbewegung statt. Auf der verunreinigten Seite wird aber durch die vorhandenen Salz-Ionen die für die Wassermoleküle freie Fläche verkleinert.

Dadurch können von der Seite mit dem destillierten Wasser mehr Wassermoleküle zur verunreinigten Seite wandern, als umgekehrt. Der Druck auf der verunreinigten Seite würde so lange ansteigen, bis sich die Anzahl der Molekülwechsel auf beiden Seiten angleicht.
Im genannten Fall würde sich ein osmotischer Druck von etwa 6,8 bar einstellen.

Das Ziel aber, möglichst reines Wasser durch diese Membrane zu befördern,
wird dann erreicht. wenn man auf der verunreinigten Seite einen Druck erzeugt, welcher wesentlich höher ist als der osmotische Druck.
Die gezeigte Versuchsanordnung würde jedoch nur sehr kurz arbeiten. Da durch die  Membrane hauptsächlich nur Wassermoleküle  gedrückt werden, würde sich die Lösung vor der Membrane immer weiter aufkonzentrieren. Der osmotische Druck würde steigen, und das System käme zum Erliegen.
Aus diesem Grund wird im Anwendungsfall vor der Membrane eine kleine Menge an Konzentrat abgelassen. Je nach der abgelassenen Menge lässt sich eine bestimmte Aufkonzentrierung einstellen (d. h. die max. Konzentration regulieren). Durch die eingestellte Konzentratmenge muss auch vermieden werden, dass es in der Membrane zu Kalkausfällungen kommt.

Das anfallende Konzentrat enthält die gesamten Verunreinigungen, welche durch das Rohwasser zugeführt wurden, während im "Permeat" ("Reinstwasser")hauptsächlich Wassermoleküle vorhanden sind. Der nötige Arbeitsdruck ist durch den Wasserdruck aus der Wasserleitung vorhanden oder wird im Anwendungsfall (z. B. auf Booten oder in Berghütten) durch eine Booster-Pumpe erzeugt. (Auf Wunsch erhältlich. Bitte anfragen 06438-5106.)

In der Praxis sind die Umkehrosmosemembranen so angeordnet, dass die Hauptflussrichtung sich quer zur Membrane befindet. Der Abfluss an Konzentrat bewirkt bei diesem Aufbau, dass sich vor der Membrane nur ein sehr geringer Filterkuchen aufbauen kann. Dieser lässt sich durch eine kurzzeitige Erhöhung der Konzentrat-Fließgeschwindigkeit von Zeit zu Zeit wieder entfernen (Spülung).

Inhalte erstellt von Jens-Peter Kleinhenz

 


Quelle: Bernart Medizintechnik und Trinkwassersysteme

Leitungswasser wird mit dem Druck der Wasserleitung gegen die Membrane gedrückt.
Diese ist nur in einer Richtung durchlässig.
Elektonenmikroskopisch winzige Poren (Größe 0.0001 Micron !) erlauben nur den Wasser- molekülen, die Membran zu passieren
(siehe Abbildung links). 



Alle größeren Moleküle werden abgefangen und mit nachfließendem Wasser abgespült. 
(s. kleine Abb. links).

(s. auch Abb. Größenvergleich 
und Tabellen unten) 

Diese natürliche Art der Wasserreinigung setzt keine Chemikalien, keinen Strom 
und keine Magnetfelder ein.


                                                                                                                              Grafik RAS

 

Verschiedene Trinkwasser-Filtersysteme             
im Vergleich            

Schad-
stoffe

Umkehr-
Osmose

Ionenaus-
tauscher

Aktivkohle-
filter

Sediment-
filter

giftige Arsen- verbindungen

JA JA nein

nein

Blei

JA JA nein

nein

Cadmium

JA JA nein

nein

Natrium

JA JA nein

nein

Sulfat

JA JA nein

nein

Calcium

JA JA nein

nein

Magnesium

JA JA nein

nein

Phosphate

JA JA nein

nein

Chloride

JA JA nein

nein

Fluoride

JA JA nein nein

Nitrate

JA JA nein nein

Colibakterien

JA nein

teilweise

nein

Viren

JA nein nein nein

Organische Stoffe

JA nein JA nein

(THM) (TEE)

JA nein JA nein

Dioxine

JA nein nein nein

radioaktive Stoffe

JA JA nein nein

Chlor

JA nein JA nein

Pestizide

JA nein JA nein

Sediment

JA nein

teilweise

JA

schlechter Geschmack

JA nein

JA

nein

 

Wasser-
druck

Salz-
erneuerung

Wasser-
druck

Wasser-
druck

 JA = Entfernung   teilweise = teilweise Entfernung  nein = keine Entfernung

*
mit Silber imprägnierte Aktivkohle

Quelle: Bernart Medizintechnik und Trinkwassersysteme

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