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Der „Rohstoff" Wasser wird
knapper und teurer
Angesichts kontinuierlich steigender Preise für Öl und Benzin und der
Endlichkeit der Ölquellen klingt die Prognose, Wasser werde das Rohöl
von morgen, nicht gerade ermutigend. Macht sie doch auf sehr
anschauliche Weise deutlich, mit welchen Macht- und Verteilungskämpfen
wir in den kommenden Jahrzehnten zu rechnen haben. Wasser ist weltweit
zu einem begehrten Rohstoff geworden - nicht nur in der Industrie,
sondern auch in der Produktion von Nahrungsmitteln und in der
Trinkwasserversorgung.
Nur 2,5 Prozent Süßwasser
Über 97 Prozent der globalen Wassermenge entfallen auf die salzigen
Ozeane und Meere, Süßwasser hat nur einen Anteil von rund 2,5 Prozent. Von
diesem geringen Anteil können aber nur 30 Prozent in Form von süßem
Grundwasser genutzt werden, 70 Prozent sind in Eis, Schnee und Permafrost gebunden. Seen, Flüsse und Feuchtgebiete machen zusammen nur
1 Prozent des gesamten Süßwasservorkommens der Erde aus.
Foto RAS
Ungleiche Verteilung der Vorräte
Betrachtet man die verfügbare Wassermenge pro Kopf, gibt es gravierende
Unterschiede zwischen den Kontinenten. In Asien leben zwar 60 Prozent
der Weltbevölkerung, ihnen stehen aber nur 36 Prozent der weltweiten
Süßwasserreserven zur Verfügung. In Nord- und Mittelamerika dagegen
leben nur ca. acht Prozent der Weltbevölkerung, ihr Anteil an den
Reserven liegt aber doppelt so hoch. Am besten hat es Südamerika: Der
Anteil an den Wasserreserven liegt viermal so hoch wie der
Bevölkerungsanteil.
So ist es nicht verwunderlich, dass es auch beim privaten
Wasserverbrauch starke regionale Unterschiede gibt. Nach einer
Untersuchung des International Food Policy Research Institute (IFPRI)
lag der Verbrauch pro Kopf 1995 in den Industrieländern um 87 Prozent
über dem der Entwicklungsländer. Bis zum Jahr 2025 prognostiziert die
IFPRI eine deutliche Zunahme des Wasserverbrauchs - sowohl insgesamt als
auch pro Kopf. „Spitzenreiter" werden dabei Asien und Südamerika sein;
für beide Kontinente wird eine Steigerung um fast 49 Prozent
vorhergesagt.
Folgen der Übernutzung
Um den Bedarf an Wasser zu decken, werden die konventionellen Quellen
(Grund-, Quell- und Oberflächenwasser) in einigen Ländern massiv
übernutzt. Mit der Folge, dass z. B. in Indien und China der
Grundwasserspiegel jährlich um einen bis drei Meter sinkt. Welche Folgen
das haben kann, zeigt das Beispiel des Aralsees: Er hat seit 1980 fast
80 Prozent seines Volumens verloren. Die Hafenstadt Aralsk liegt heute
über 100 km vom Ufer entfernt in einer trostlosen Wüstengegend.
(Ergänzung durch RAS)
Die Saragossa-Charta
Wie wir zukünftig mit dem Rohstoff Wasser umgehen müssen, ist das Thema
der EXPO 2008 in Saragossa, Spanien. Dort wird in einem
interdisziplinären Ansatz eine Charta für den Umgang mit Wasser im 21.
Jahrhundert erarbeitet. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die
Bereitstellung und Finanzierung der erforderlichen Infrastruktur für
dessen Speicherung, Verteilung und Wiederaufbereitung.
Quelle: König & Cie. Investor's Quarterly, 5. Jg. / 3. Qu. 2008
Foto RAS
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